Mittwoch, 27. August 2008

Tag 4, 26.08.2008


Da wir am Vortag erst spät aus der Höhle zur Hütte gekommen waren, genießen wir heute die Sonne. Bei der Zubereitung unseres Mittagessen am Gipfel der Dachsteinwarte können wir eine Person beobachten, die in Richtung unserer Abseilpiste geht. Wir verlieren den Mann aber schließlich aus den Augen. Da dann auch noch das Essen fertig ist, kümmern wir uns nicht weiter darum. Insgesamt sind ja am Gletscher sehr viele Leute unterwegs. Einer geht halt mal auch in Richtung Abseilpiste.
Team 1 (Ritschi und Sebastian) suchen Höhlen im Bereich des Ostgrates des Niederen Dirndl. Nach 60 m Abseilstrecke finden sie eine Höhle die den Grat durchzieht. Die Höhle mündet in die Südwand aus. Ein spektakulärer bodenloser Schacht ist unterhalb des Südausganges als Höhlenruine in der Wand erhalten. Darunter sind 100te Meter Nichts.
Die Höhle kann auf 20 m Länge vermessen werden.
Team 2 (Ernest und Patrick) gehen über den Hallstätter Gletscher zum Simony-Turm und untersuchen dort 2 weit sichtbare Portale.
Das Auge des Simony kann auf eine Länge von 26 m vermessen werden. Die große Höhle endet leider an einem Versturz.
Am Fuße des Hinkelsteins entdecken sie eine kleine Eishöhle. Diese endet leider an einem Eisverschluß. Die Vermessung ergibt 29 m.
Team 3 (Heidi und Robert) wollen wieder zur A-Höhle absteigen. Mittlerweile haben wir uns auf den Namen Voodoo-Canyon geeinigt.
Wir gehen erst gegen 15:00 Uhr zur Abseilpiste, da wir noch die Sonne genießen. Beim Abstieg entdecke ich etwa 6 m oberhalb der obersten Umsteigstelle eine merkwürdige Konstruktion. Das Seil läuft durch eine Art Steinfalle. Würde das Seil beim Aufsteigen von unten belastet, wäre die Konstruktion, bestehend aus etwa 10, teilweise bis zu Kopfgroßen Steinen nach unten auf das von der Höhle aufsteigende Forschungsteam gestürzt. Die aufsteigenden Forscher wären dabei zwischen 6 m und 130 m unterhalb der Falle gewesen. Nicht auszudenken was hier passieren hätte können. Weiters wären weitere Bergsteiger und Kletterer in der darunterliegenden insgesamt etwa 500 m hohen Wand durch den Steinschlag betroffen gewesen.
Nachdem ich die Falle mit meiner Digitalkamera fotografiert habe, baue ich diese vorsichtig ab um die Gefahrenstelle zu beseitigen. Jetzt ist mir auch klar, was der Mann um die Mittagszeit bei unserer Abseilpiste zu schaffen hatte. Gott sei Dank sind wir erst am Nachmittag eingestiegen und nicht schon am Vormittag. Sonst hätten wir die heimtükische Falle beim Aufsteigen unweigerlich ausgelöst.
Manchmal braucht man eben einen Schutzengel.
Nachdem ich die Anzeige bei der Polizei Ramsau gemacht habe, seilen wir uns mit einem etwas mulmigen Gefühl dennoch zur Höhle ab.

Wir versuchen im bisher tiefsten Punkt durch eine stark bewetterte Engstelle in einen Schacht zu gelangen. Leider ist die Stelle aber zu eng um durchzukommen. Außer einem 8 m hohen Schlot können wir dort nichts Neues finden und vermessen. Beim Rückweg können wir an einer anderen Stelle eine gute Fortsetzung entdecken. Wir vermessen dort noch 50 m bis zu einem Abstieg.
Der Voodoo-Canyon erreicht mit dieser Tour eine Länge von mehr als 500 m und ist somit vermutlich die höchstgelegene Großhöhle Österreichs.

1 Kommentar:

Johannes hat gesagt…

Glück Tief und Liebe Grüße Johannes aus Stegersbach